Laphria


Laphria

LAPHRIA, æ, Gr, Λαφρία, ας, ein Beynamen der Diana, welche insonderheit von denen zu Paträ in Achaia verehret wurde. Es erhielt solchen die Britomartis zuerst, als sie sich nach Cephallenien gewandt hatte. Ant. Liber. Metam. c. 40. Ihre Bildsäule, die von Elfenbeine und Golde gemacht war, stellete sie jagend vor. August verehrete sie ihnen, nachdem er sie den Kalydoniern genommen hatte. Sie soll, nach einigen, also seyn genannt worden, weil Laphrius aus Phocis ihr diese Bildsäule verfertigen lassen, nach andern aber, weil solcher Göttinn Zorn immerzu ἐλαφροτέρα oder leichter gegen die Kalydonier geworden, da sie sonst auf dieselben, wegen des Oeneus Verachtung gegen sie, sehr erbittert gewesen. Pausan. Ach. c. 18. p. 433. Ihre Verehrung war von den Kalydoniern auch nach Messene gekommen, wo sie eine Bildsäule hatte. Id. Messen. c. 31. p. 275. Die Patrenser feyerten ihr jährlich ein Fest, wobey sie eine besondere Gewohnheit zu opfern hatten. Sie stelleten viele Scheite grünes Holz, jedes sechzehn Ellen hoch, um den Altar herum: innerhalb des Altares aber lag das allertrockenste. Gegen die Zeit des Festes macheten sie einen Gang zu dem Altare hinauf von weichem Erdreiche, welches sie auf die Stufen schütteten, solche damit ausfülleten, und den Weg ebneten. Darauf hielten sie der Diana zu Ehren erst den prächtigsten Umgang, welchen die Jungfrau, die das Priesterthum verwaltete, beschloß. Sie fuhr auf einem mit Hirschen bespanneten Wagen. Den Tag darnach geschah das Opfer, wobey so wohl die Obrigkeit, als Privatpersonen, einen besondern Eifer erwiesen. Sie warfen in den inwendigen Raum des Altares lebendige Thiere, eßbare Vögel und Opfer von allerley Art, über dieses wilde Schweine, Hirsche, Rehe. Einige warfen junge Wölfe und Bären, andere auch wohl alte von diesen Thieren hinein. Auf den Altar legeten sie allerley Obst, und zündeten das Holz alsdann an. Wennirgend einige Thiere durch ihre Stärke und mit Gewalt aus den Flammen heraus kamen und zu entrinnen sucheten, so wurden sie sogleich wieder auf den Scheiterhaufen zurück getrieben, und man wollte kein Beyspiel wissen, daß jemals eins von diesen Thieren jemand verwundet hätte. Id. Ach. c. 18. p. 433.


http://www.zeno.org/Hederich-1770.

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